Weiterbildung Systemische Aufstellung
Systemische Aufstellungsarbeit ermöglicht, Beziehungen, Strukturen und Wechselwirkungen innerhalb unterschiedlicher Systeme sichtbar und erfahrbar zu machen. Ihre verantwortungsvolle Anwendung verlangt dabei mehr als das Erlernen einer Methode: Sie setzt persönliche Erfahrung, Selbstreflexion, theoretisches Verständnis und praktische Übung voraus.
Die dreijährige Weiterbildung verbindet deshalb Theorie und Praxis mit Selbsterfahrung und Supervision. Sie richtet sich an Menschen, die systemische Aufstellungsarbeit fundiert kennenlernen und in ihre beratende, pädagogische oder therapeutische Arbeit integrieren möchten – ebenso wie an Menschen, die ihre bisherige berufliche Arbeit reflektieren und ihre persönliche Kompetenz erweitern möchten.
Die Fähigkeit zur Selbstreflexion und eine persönliche „Lebensstabilität“ bilden wichtige Voraussetzungen für die Teilnahme.
Auf einen Blick
Für wen
Menschen mit entsprechender beruflicher Erfahrung in beratenden, pädagogischen, therapeutischen oder vergleichbaren Arbeitsfeldern sowie der Bereitschaft zu Selbstreflexion und persönlicher Entwicklung.
Ablauf
Theorie und Praxis, eigene Aufstellungserfahrung, Selbsterfahrung, Supervision, Peergruppenarbeit, Hospitationen und zunehmend selbstständige Leitung von Aufstellungen.
Dauer
Dreijährige Weiterbildung mit 30 Seminartagen bzw. 240 Unterrichtseinheiten sowie ergänzender Peergruppenarbeit, Hospitationen und supervidierter eigener Praxis.
Ziel
Systemische Aufstellungen verstehen, unterschiedliche Formate praktisch anwenden und eine reflektierte, verantwortungsvolle eigene Haltung als Aufstellungsleitende entwickeln.
Curriculum
Von den Grundlagen zur eigenen Aufstellungspraxis
Modul | Schwerpunkt |
|---|---|
1 | Einstieg / Warm-up in die Fortbildung; Aufbau einer Aufstellung; „Ordnungen der Liebe“ |
2 | Eltern – Kind |
3 | Paar |
4 | Bodenanker |
5 | Somatik / Trauma; Körperarbeit – Embodiment; Körpersprache |
6 | Strukturaufstellung |
7 | Figurenaufstellung |
8 | Organisationsaufstellung |
9 | Inneres Team / externes Team |
10 | Ritualaufstellung |
11 | Abschluss und Integration |
Meine Arbeitsweise
Lernen durch Verstehen, Erfahren und Anwenden
Systemische Aufstellungsarbeit lässt sich für mich nicht allein theoretisch vermitteln. Wer mit Aufstellungen arbeiten möchte, braucht neben methodischem Wissen die eigene Erfahrung: als Beobachtender, als Repräsentant, mit eigenen Anliegen und zunehmend auch in der Rolle des Leitenden.
In der Weiterbildung verbinden wir deshalb theoretische Grundlagen mit praktischer Arbeit, Selbsterfahrung und gemeinsamer Reflexion. Die Teilnehmer*innen lernen unterschiedliche Formen der Aufstellungsarbeit kennen, erproben Methoden und entwickeln mit zunehmender Erfahrung einen eigenen, verantwortungsvollen Umgang damit.
Einen wichtigen Bestandteil bildet die Reflexion der eigenen Rolle. Was nehme ich wahr? Was bringe ich selbst in einen Prozess ein? Wo liegen meine Grenzen? Und was benötigt ein Mensch oder ein System von mir – und was gerade nicht?
Supervision, Peergruppenarbeit und Hospitationen begleiten diesen Lernprozess. So entsteht die Kompetenz nicht allein durch das Kennenlernen einzelner Aufstellungsformate, sondern durch Erfahrung, Rückmeldung und die fortlaufende Auseinandersetzung mit der eigenen Haltung.
Hintergrund und Philosophie
Erfahrung, Haltung und Verantwortung
Systemische Aufstellungsarbeit ist aus unterschiedlichen therapeutischen und systemischen Traditionen hervorgegangen und wurde insbesondere durch die Familienaufstellungen Bert Hellingers einem breiten Publikum bekannt.
Hellinger beschrieb, wie Aufstellungen Verbindungen und Verstrickungen innerhalb von Familien sichtbar machen können und wie sich daraus Bewegungen hin zu einer möglichen Lösung entwickeln. Diese Grundlagen bilden einen Teil der Geschichte der Methode.
Für die heutige Arbeit reicht es jedoch nicht aus, bestimmte Abläufe oder „Ordnungen“ zu reproduzieren. Systemische Aufstellungsarbeit verlangt Wahrnehmungsfähigkeit, Selbstreflexion und einen verantwortungsvollen Umgang mit dem, was sich innerhalb eines Prozesses zeigt.
Weiterbildung bedeutet für mich deshalb nicht, fertige Antworten weiterzugeben. Sie soll dazu befähigen, genau hinzusehen, die eigene Wahrnehmung zu überprüfen, unterschiedliche Perspektiven einzubeziehen und die Verantwortung der leitenden Rolle zu verstehen.
DGfS Vorgaben und Rahmen der Weiterbildung
Die Weiterbildung orientiert sich an Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für Systemaufstellungen (DGfS) (Weiterbildungsordnung) . Neben den Seminareinheiten gehören zum Weiterbildungsweg Peergruppenarbeit, Hospitationen bei anerkannten Weiterbildnerinnen und Systemaufstellerinnen sowie eigene, unter Supervision geleitete Aufstellungen.
30 Tage / 240 UE Theorie, Praxis, Selbsterfahrung, Supervision
mind. 5 Tage / 40 UE Arbeit in Peergruppen
mindestens 4 Tage / 32 UE Hospitation bei Anerkannten Weiterbildner*innen (DGfS)
mindestens 2 Tage / 16 UE Hospitation bei Anerkannten Systemaufsteller*innen (DGfS)
mindestens 2 Tage / 16 UE und zwei selbst geleitete Aufstellungen unter Supervision
mindestens drei Aufstellungen zu eigenen Themen
kontinuierliche Selbsterfahrung und Selbstreflexion
Häufig gestellte Fragen
Welche Voraussetzungen muss ich mitbringen?
Die Weiterbildung richtet sich an Menschen mit beruflicher Erfahrung in beratenden, pädagogischen, therapeutischen oder vergleichbaren Arbeitsfeldern. Ebenso wichtig sind die Fähigkeit zur Selbstreflexion und eine persönliche Lebensstabilität. Ob die Voraussetzungen im individuellen Fall passen, sollte vor Beginn der Weiterbildung persönlich geklärt werden.
Ist die Weiterbildung nur für Therapeut*innen geeignet?
Nein. Sie eignet sich auch für Menschen aus Beratung, Pädagogik, Coaching, Supervision, Pflege, Sozialarbeit oder anderen Arbeitsfeldern, in denen Menschen begleitet werden. Entscheidend ist weniger die Berufsbezeichnung als die vorhandene Erfahrung im Umgang mit Menschen und die Bereitschaft, die eigene Haltung und Wahrnehmung zu reflektieren.
Muss ich bereits Erfahrung mit Aufstellungen haben?
Vorerfahrung mit Aufstellungen ist hilfreich, aber nach dem derzeit veröffentlichten Curriculum nicht ausdrücklich als formale Voraussetzung genannt. Die Weiterbildung beginnt mit Grundlagen und entwickelt sich schrittweise über unterschiedliche Aufstellungsformen bis zur eigenen angeleiteten Praxis.
Was bedeutet Selbsterfahrung in der Weiterbildung?
Selbsterfahrung bedeutet, Aufstellungsarbeit nicht nur theoretisch oder methodisch kennenzulernen, sondern auch aus der eigenen Perspektive zu erleben. Dazu gehören die Auseinandersetzung mit eigenen Anliegen, die Wahrnehmung als Repräsentant*in, die Reflexion eigener Reaktionen und die Frage, wie persönliche Erfahrungen die eigene Rolle in der späteren Arbeit beeinflussen können.
Ist die Weiterbildung DGfS-anerkannt?
Die Weiterbildung orientiert sich an den Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für Systemaufstellungen (DGfS) und berücksichtigt die dort vorgesehenen Bestandteile wie Präsenzunterricht, Peergruppenarbeit, Hospitationen und eigene supervidierte Aufstellungen. Nach Abschluss dieser Weiterbildung können die Teilnehmenden bei Vorliegen weiterer Voraussetzungen (siehe DGfS Weiterbildungsordnung) ihre Anerkennung als Systemaufsteller/in bei der Deutschen Gesellschaft für Systemaufstellungen (DGfS) beantragen.






